Ist Kefir gesund? Ein ehrlicher Überblick

Von Alessandro Parini · · 2 Min. Lesezeit

Glas frischer Milchkefir mit Kefirknollen, Dill und Haferflocken auf hellem Holztisch

Kefir hat einen guten Ruf, und rund um fermentierte Lebensmittel kursieren viele Versprechen. Wir halten es hier bewusst nüchtern. Dieser Beitrag erklärt, was in Kefir steckt, was lebende Kulturen sind und was die Forschung untersucht, ohne dir Wunder zu versprechen. Kefir ist ein Lebensmittel, kein Medikament.

Was steckt in Kefir?

Kefir aus Milch ist ein nährstoffreiches Lebensmittel. Je nach verwendeter Milch und Dauer der Fermentation liefert er unter anderem Eiweiss, Calcium und verschiedene B-Vitamine. Durch die Fermentation entstehen ausserdem typische Aromen und Säuren, die den frischen Geschmack ausmachen. Wie bei jedem Milchprodukt hängt der genaue Nährwert von der Ausgangsmilch ab, etwa ob du Vollmilch oder eine fettärmere Variante verwendest.

Lebende Kulturen und Probiotika

Das Besondere an echtem Kefir ist seine Vielfalt an lebenden Kulturen. Lebendige Milchkefirknollen tragen rund 30 bis 50 verschiedene Bakterien und Hefen in sich. Als Probiotika werden lebende Mikroorganismen bezeichnet, die über die Nahrung aufgenommen werden. Selbstgemachter Kefir aus aktiven Knollen enthält eine deutlich grössere Bandbreite solcher Kulturen als die meisten industriellen Produkte, die häufig mit wenigen Starterkulturen arbeiten und teils wärmebehandelt sind.

Was die Forschung untersucht

Fermentierte Lebensmittel und ihre Kulturen sind ein aktives Forschungsfeld. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen seit Jahren, wie sich verschiedene Kulturen und die Ernährung insgesamt auf den Körper auswirken. Vieles davon ist noch offen, und seriöse Aussagen brauchen Zurückhaltung. Deshalb verzichten wir bewusst auf konkrete gesundheitsbezogene Versprechen. Kefir traditionell zu schätzen und gleichzeitig ehrlich zu bleiben, schliesst sich nicht aus.

Traditionell geschätzt, ehrlich eingeordnet

Kefir wird in vielen Regionen seit Generationen hergestellt und als bekömmliches, erfrischendes Getränk geschätzt. Das ist ein Teil seiner Geschichte und seines Reizes. Es bedeutet aber nicht, dass Kefir Krankheiten vorbeugt oder behandelt. Wer sich abwechslungsreich ernährt, kann Kefir als geschmackvollen, fermentierten Bestandteil seines Speiseplans geniessen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Kefir ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel. Wenn du empfindlich auf Milchprodukte reagierst, schwanger bist, ein geschwächtes Immunsystem hast oder gesundheitliche Fragen klären möchtest, sprich den Verzehr bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt ab.

Selbst gemacht, frisch und lebendig

Wenn du Kefir mit der vollen Vielfalt lebendiger Kulturen geniessen möchtest, ist selbstgemachter Kefir aus frischen Knollen die ehrlichste Variante. Wie das geht, zeigt unsere Anleitung zum Milchkefir selber machen. Und die passenden lebendigen Knollen findest du hier: Bio Kaukasische Milchkefirknollen (15 g), frisch aus eigener Produktion in Liestal, für CHF 25.

Häufige Fragen

Enthält Kefir viele Nährstoffe?
Kefir aus Milch liefert unter anderem Eiweiss, Calcium sowie B-Vitamine. Der genaue Gehalt hängt von der verwendeten Milch und der Fermentation ab.
Ist selbstgemachter Kefir besser als gekaufter?
Selbstgemachter Kefir aus lebendigen Knollen enthält eine grössere Vielfalt aktiver Kulturen als die meisten industriellen Produkte, die oft mit wenigen Starterkulturen hergestellt und teils wärmebehandelt werden.
Verträgt jeder Kefir?
Die meisten Menschen vertragen Kefir gut. Wer empfindlich auf Milchprodukte reagiert, schwanger ist oder gesundheitliche Fragen hat, bespricht den Verzehr am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.